DIE STRASSE DER GLÜCKSELIGKEIT: „BLISSESTRASSE“

Auftraggeber: Paul Donovan - Production: Shotz GmbH - Director: Paul Donovan - Camera: Martin Lippert - Production-Design: Udo Reinschke
Der kanadische Regisseur, Autor und Produzent Paul Donovan („Def Con 4 - Das letzte Kommando“, „The Lexx“, „The Conclave“ u.a.) hatte einen Traum: Nach all den Großprojekten, die er seit den Achtzigern gemacht hatte, wollte er mit seinem eigenen Geld und einem sehr kleinen Team einen Dramathriller in Berlin produzieren, bei dem er so flexibel - und letztlich kreativ - wie ein Dokumentarfilmer sein konnte.
Das Drehbuch - ebenfalls von dem Kanadier verfasst - legte ein solches Vorgehen nahe - Der Hauptkonflikt des Films ist nämlich ein Innerer: Der Leiter einer amerikanisch/ christlichen, vor Allem aber fundamentalistischen Mission (Pastor William, dargestellt von Michael McManus) ist schwul und kämpft dagegen an.
Als der junge Missionsneuzugang Harris (Alex Goode) diese zweite Identität des Pastors aufdeckt, tut der alles, um vor seiner Gemeinde nicht als schwul und bigott entlarvt zu werden. Selbst vor einem Mordversuch schreckt der zunehmend wahnsinnig agierende Puritaner nicht zurück.
Paul Donovan suchte nun Mitarbeiter, die sich auf ein Abenteuer einlassen wollten: Anders als sonst bei No- oder Low-Budget-Produktionen wollte er allen Mitarbeitern den gleichen Geldbetrag auszahlen und gleichzeitig sollte jeder Mitarbeiter in mehr als einer Funktion tätig sein.
Es versteht sich quasi von selbst, dass die Filmbauarbeiter dabei sein mussten; schließlich sind diese stets auf der Suche nach Herausforderungen. Außerdem kennt der Geschäftsführer der Filmbauarbeiter Udo Reinschke den kanadischen Produzenten schon seit vielen Jahren und als ihm das Production-Design für „Blissestraße“ angeboten wurde, bat er sofort darum, außerdem die Praktikantenstelle des Produzenten und das Locationmanagment zu übernehmen.
Außerdem nahm er den Baubühner Sven-Oliver Gierse als Assistent und für die Requisite hinzu (Beides war für diesen Neuland und somit ebenfalls eine persönliche Herausforderung.)
Gemeinsam mit dem Regisseur entwickelte Udo Reinschke ein minimalistisches Ausstattungs-Konzept, welches Räume so nackt und pur wie möglich beließ und durch einen großflächigen Effekt – einen Wandbehang, ein Großgemälde oder einen Selbstleuchter – Akzente setzte.
Die Großgemälde – beispielsweise der überdimensionale Jesus in dem Vollausstattungsmotiv „Mission/ Innen“ - wurde zunächst als Foto mit gecastetem Darsteller und Kostüm aus dem Fundus inszeniert, um dann a la Gerhard Richter von dem altgedienten Filmbauarbeiter Martin Zill in Malerei umgesetzt zu werden.
Auch der Filmbauarbeiter-Projektleiter Kim Hüfner legte für diesen Lowbudget-Film Hand an: Er erfand und realisierte für „Blissestraße“ einen exklusiven Weihnachtsbaum für einen extravaganten Schwulenhaushalt: Eine Pyramide aus silber lackiertem Kastenmaterial mit über fünfzig Kerzen darauf.
BLISSESTRASSE war für alle Beteiligten eine Herausforderung; und letztlich Eine, der man sich gerne gestellt hat, weil der Spaß an der Arbeit nie zu kurz kam.

Nette Ausfuehrungen! Ich werde mich damit in Zukunft mehr beschaeftigen! Bin gespannt auf weitere Eintraege!