PEUGEOT 207 “THE RAIN” - DAS WESEN DES ZEITLOSEN
Peugeot 207 The Rain from mister pili on Vimeo.
Auftraggeber: Peugeot – Agentur: BETC Euro RSCG, Paris - Produktion: Stink GmbH - Regie: Henrik Mauler - Kamera: Thomas Stokowski - Szenenbild: Sven Gessner
Das Wesentliche am zeitlosen Design ist nicht seine Eleganz oder seine Schlichtheit, sondern die Tatsache, dass kein Trend ihm etwas anhaben kann und die Zeit spurlos an ihm vorüberzieht.
Dieser einfache Gedanke war für die Pariser Dependence der Euro RS Communication Group der Ausgangspunkt für die neue 3-D-Kinowerbung für den Peugeot 207:
Das Design des Kleinwagens mit Kombiheck ist eben so zeitlos, dass an ihm sogar ein Regen von Uhren abprallt und zerschellt. (Hierfür mussten von einer Spezialfirma kistenweise Uhren aus Wachs hergestellt werden, die effektvoll auf den Rundungen des Franzosen zerstieben sollten.)
Auch der Raum, in welchem das “Hero-Car” dem symbolischen Ansturm der Zeit Stand halten sollte, musste abstrakt und zeitlos wirken.
Der Szenenbildner Sven Gessner schlug deshalb einen museumsartigen Showroom aus Beton vor, der durch Schattenfugen gewichtslos wirken sollte.
Das quasi museal/ zeitlose Moment sollte dadurch visualisiert werden, dass jede Wand eine andere Oberfläche und Beschaffenheit haben sollte und sozusagen vier Räume in einem Ambiente angedeutet wurden:
Eine Wand bestand aus einer Freitreppe, die zweite aus Sichtbeton, die nächste hatte einen Terrazzo-Look und die letzte bestand aus Brettschalbeton mit einer gewaltigen Auskragung.
Die Decke sollte ebenfalls leicht wirken und bestand aus langen Betonstreben und dazwischen mattierten Scheiben.
Da der Film nicht nur im lichtschluckenden 3-D-Verfahren hergestellt wurde, sondern außerdem mit extremen Slow-Motion-Effekten arbeitete, war es um so wichtiger, dass viel Licht durch die Deckenkonstruktion geschickt werden konnte. Schließlich waren die nötigen Lichtmengen so exorbitant, dass man nur in einem klimatisierten Studio drehen konnte. - Andernfalls wären die Wachs-Uhren rasch geschmolzen und nicht mehr zu gebrauchen gewesen.
Die Filmbauarbeiter hatten dieses ambitionierte Konzept nun in einen konkreten Bau umzusetzen und der Bauleiter Kim Hüfner begann seine Arbeit: Er stellte ein fünfzehnköpfiges Team zusammen, orderte Material, instruierte seine Mitarbeiter.
Am Morgen des ersten Bautages traf man sich auf dem Studiogelände der Berliner Union Film.
Alle waren da, nur der Bauleiter nicht. Man begann herum zu telefonieren, den Verbleib von Kim zu klären. - Und dann die Hiobsbotschaft: Kim hatte Schmerzen in der Herzgegend gehabt und war dann zusammengebrochen. Mit Verdacht auf einen Herzinfarkt war er ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Ein schwerer Schlag für jeden Filmbauarbeiter: Kim war gerade mal 41 Jahre alt! - Das durfte doch nicht wahr sein!!
Aber es half alles nichts: Dieses Projekt konnte natürlich nicht verschoben werden und irgendwer musste nun den Posten Kims übernehmen.
Der einzige, der in Frage kam, war der Geschäftsführer der Filmbauarbeiter Udo Reinschke. Nur er hatte genügend Hintergrundinformationen und die nötige Berufserfahrung, um sich auf die Schnelle in die Pläne Kims hineinzudenken und den Bau plangemäß umzusetzen.
Es galt, eine Lattenkonstruktion zu errichten, die teils mit Nesselstoff bespannt und teilweise mit Styroporblöcken belegt werden sollte. Die jeweils 18 Meter langen und 6 Meter hohen Wände sollten von 15 Filmbauarbeitern in 7 Tagen gebaut, belegt und gestrichen werden. Außerdem musste die Decke aus Latten, Nessel und Plexiglas gebaut und gehangen werden und man musste die Fußbodenplatten verlegen, fräsen und streichen.
Erst nach einigen Tagen was das Bauteam wieder im Zeitplan. Und dann kam auch endlich die erleichternde Meldung aus dem Krankenhaus: Kim hatte keinen Herzinfarkt gehabt, sondern war von seinem Arzt übermedikamentiert worden. - Es ging ihm schon sehr viel besser und die vom Medikament stammenden Herzrhythmusstörungen hatten sich gelegt.
Und so fand das “The Rain”-Projekt ein rundherum glückliches Ende: Kim Hüfner fühlte sich schon bald wieder pudelwohl, die Filmbauarbeiter hatten ihren ersten 3-D-Film realisiert und außerdem hatten sie erstmalig in enger Kooperation mit der Berliner Union Film gearbeitet.
Das Peugeot-Projekt war somit für die Filmbauarbeiter der Beginn einer wundervollen Freundschaft mit der BUF, in deren Folge die Filmbaufirma sich auf dem Gelände in der Oberlandstraße ansiedelte und noch viele gemeinsame Projekte zustande kommen sollten.
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